Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge (Abkürzung: HLF) sind die vielfältigsten Fahrzeuge im deutschen Feuerwehrwesen. Sie haben sich aus den Löschgruppenfahrzeugen entwickelt, als die Feuerwehren erkannten, dass sich ihr Einsatzspektrum von der Brandbekämpfung zunehmend zur technischen Hilfeleistung verschiebt und deshalb ihre Löschgruppenfahrzeuge mit zusätzlicher Beladung zur Unfallhilfe ausrüsteten. Bereits vor ihrer Normung waren die HLF somit die vielfältigsten Geräte der Feuerwehr, die für alle denkbaren Einsatzsituationen wie Verkehrsunfälle, Gefahrguteinsätze und natürlich herkömmliche Brandeinsätze Verwendung fanden.
Nach DIN definiert sich "ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug...(als)...ein Löschfahrzeug mit einer vom Fahrzeugmotor angetriebenen Feuerlöschkreiselpumpe und einer feuerwehrtechnischen Beladung. Es kann zusätzlich mit einer Tragkraftspritze ausgerüstet sein, welche auf dem HLF 20/16 in Bad Orb aber nicht verladen ist. Die Besatzung besteht aus einer Gruppe."
Wesentlicher Unterschied zum Löschgruppenfahrzeug ist die umfangreiche Ausrüstung für techniche Unfallhilfe.Die typische Besatzung besteht dem Namen entsprechend aus einer Gruppe, also aus 9 Feuerwehrangehörigen. Dies bedeutet, dass sie neben dem Gruppenführer, der den Einsatz der Gruppe leitet, über 8 weitere Feuerwehrangehörige verfügt, die sich in Maschinist, Melder und 3 Trupps (Angriffs-, Wasser- und Schlauchtrupp mit jeweils 2 Mann) gliedern.
Die Daten über das Bad Orber HLF 20/16 können der untenstehenden Tabelle entnommen werden.
Im Bos-Funk meldet sich das HLF 20/16 mit Funkrufnamen Florian Bad Orb 1/46.
Das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20/16 (kurz: HLF 20/16) ist die größere Ausführung dieses Fahrzeugtyps und gemeinsam mit dem LF 20/16 in der DIN 14530 Teil 11 genormt.Es verfügt über einen 1.600 bis 2.400 Liter fassenden Löschwassertank, 120 Liter Schaummittelvorrat und 12 kg Löschpulver. Seine Feuerlöschkreiselpumpe kann pro Minute 2.000 Liter Wasser bei einem Ausgangsdruck von 10 bar fördern. Zu seiner umfangreichen Beladung zur Brandbekämpfung gehören auch eine vierteilige Steckleiter, eine dreiteilige Schiebeleiter und eine Klappleiter. Gegenüber dem LF 20/16 verfügt es zudem über eine umfangreichere Beladung zur technischen Unfallhilfe, zu der unter anderem ein Mehrzweckzug, ein Trennschleifer, ein hydraulischen Rettungssatz, ein pneumatischen Hebesatz, ein Glasschneider sowie diverse Rüstmaterialien gehören. Darüber hinaus kann das HLF 20/16 mit einer Seilwinde, einer Zusatzbeladung zur Wasserwehr und Absturzsicherung oder mit einer zusätzlichen Tragkraftspritze beladen werden. Das Fahrzeug verfügt über einen Allradantrieb und hat eine zulässige Gesamtmasse von 14,5 Tonnen. Ein Teil der B-Druckschläuche wird auf einer fahrbaren Haspel mitgeführt, die am Heck des Fahrzeugs aufgeprotzt ist.
Vier Sitzplätze in der Mannschaftskabine sind so gestaltet, dass bereits während der Alarmfahrt die Atemschutzgeräte angelegt werden können. Dies ermöglicht es dem Angriffstrupp bereits vollausgerüstet am Einsatzort anzutreffen. Im Ernstfall wird dadurch wertvolle Zeit gewonnen.
Technische Daten
| Fahrgestell |
Mercedes-Benz Atego |
| Aufbau |
Iveco Magirus Fire Fighting Vehicles |
| Baujahr |
2008 |
| Indienststellung |
August 2009 |
| Leistung |
285 PS / 210 KW |
| Abmessung (LxBxH) |
8780 x 2550x 3300 mm |
| Gesamtmasse |
14,5 t |
| Höchstgeschwindigkeit |
100 Km/h |
| Besatzung |
1/8 |
Beladung
| Stromerzeuger, Rettungsplattform, Trennschleifer, Säbelsäge, Motorkettensäge, |
| Lichteinheit, leichter CSA, Hipress, Pulverlöscher 12kg, 120L Schaummittel, Plasmaschneider, |
| Elektrowerkzeug, Türöffnungswerkzeug, Absturzsicherung, Hydraulischer Rettungssatz, hydraulische Rettungszylinder, Luftheber, maschinelle Zugeinrichtung, |
| B-Haspel, Verkehrsabsicherungs-Haspel |
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